home mail print index imprint

Wess Brot ich ess, des Lied ich sing...

Steffen Hentrich

Erinnern Sie sich als vor einiger Zeit das Online-Portal "Wir Klimaretter" einer vom IUF mitorganisierten Klimaschutztagung in Berlin vorwarf, die Referenten hätten Geld von der US-Ölindustrie genommen und wären daher korrumpiert und nicht ernst zu nehmen? Damals schrieb man:  

 

"Nun ist es eine alte Strategie von Ideologen und Wirtschaftslobbyisten, wissenschaftlichen Humbug als unbequemes Querdenkertum zu präsentieren und die Verteidigung eigener ökonomischer Interessen als Kampf für die allgemeine Freiheit."  

 

Dass dieses Statement zwangsläufig als Bummerang zurück kommen würde, war spätestens klar, als dieser Tage bei Spiegel Online eine begeisterte Werbung für den derzeit in die Kinos kommenden Film "Die 4. Revolution" zu lesen war. Wurde dort doch als herausragendes Merkmal, vom Filmemacher begeistert als "Crowdfunding" tituliert, das Sponsoring durch Solarindustrie, das Bündnis 90/Die Grünen und den BUND als innovative Finanzquelle der sonst so subventionsverwöhnten Filmbranche gepriesen. Auf einmal ist also die Herkunft der Produktionsgelder nicht mehr ein Indiz für Parteilichkeit und fehlende Neutralität, sondern ein Qualitätskriterium, dass die Authentizität der Dokumentation erhöhen soll. Wirtschaftliche und politische Motive für das Sponsoring sind somit nur dann anrüchig, wenn sie dem jeweiligen politischen Gegner unterstellt werden können. Dass die Aufzählung der Sponsoren in der Tat als Argument wenig tauglich und immer dann zum Einsatz kommen, wenn sachliche Argumente nicht vorhanden sind, hatten wir schon damals betont.  

 

"Freie Energie für Alle!" verspricht der Film großspurig. Was von derlei Versprechungen zu halten ist dürfte jedem halbwegs intelligentem Menschen, der sich die Mühe gemacht hat etwas über die physikalisch-technischen Grundlagen der Energieversorgung zu erfahren und den Begriff der Opportunitätskosten verinnerlicht hat, schnell klar sein. Wie unfrei die Solarenergie den Bürger unter der Knute des EEG wirklich macht, hatte das RWI erst im letzten Jahr in dem Projektbericht "Die ökonomischen Wirkungen der Förderung Erneuerbarer Energien: Erfahrungen aus Deutschland" anschaulich beschrieben. Dass die vielbeschworene Freiheit nur sehr einseitig von Solarindustrie, Politik und Umweltverbänden genossen werden kann, sieht man allein daran, dass Energiepreiszuschläge und Subventionen für ausreichend finanzielle Freiheiten bei der Finanzierung von Werbefilmchen sorgen.  

 

 

Dieser Artikel erschien zuerst auf Denken für die Freiheit, dem Blog des Liberalen Instituts der Friedrch-Naumann-Stiftung für die Freiheit  

SPONSORING
NEWSLETTER

Ja, ich möchte aktuelle Meldungen vom Institut für Unternehmerische Freiheit:

ZITATE

Marlboro

"Der Geschmack von Freiheit und Abenteuer"

Stipendien für begabte Leute
iuf top