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25.04.2006

Spar Dich gesund - IUF comment 08 / 2006

In Deutschland wird gleichzeitig zum Sparen und zum Geldausgeben aufgerufen. Im Bereich des Gesundheitswesens soll gespart werden, ansonsten sollen die Menschen aber möglichst viel konsumieren, um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln. Dabei ist, das wird von sozialdemokratischen Politikern in allen Parteien immer wieder betont, eine gute medizinische Versorgung essentiell und kann nicht einfach der Eigenvorsorge der Menschen überlassen werden. Wir sollen also möglichst wenig für die Dinge ausgeben, die wir für besonders wichtig halten, ansonsten aber nicht so viel sparen. Diese Aufforderung wird noch absurder, wenn man bedenkt, dass Gesundheitsdienstleistungen und Pharmaindustrie weltweit zu den am stärksten wachsenden Wirtschaftszweigen gehören, in denen zahlreiche qualifizierte Arbeitsplätze entstehen.
Anfang Mai wird z.B. das Arzneimittelverordnungs-Wirtschaftlichkeitsgesetz (AFWG) in Kraft treten, nachdem der Bundesrat seinen Widerstand aufgegeben hat. Es soll die Gesundheitskosten, genauer die Kosten der gesetzlichen Krankenkassen reduzieren. Denn diese sind, mit ihrer Bindung der Beiträge an die Arbeitseinkommen und den vielen ohne Beitragszahlung Versicherten das eigentliche Problem. Neben einem zweijährigen Preisstopp für Medikamente und einem zehnprozentigen Abschlag für Nachahmerpräparate ist die sogenannte Bonus-Malus-Regelung ein Kernpunkt des Gesetzes. Damit soll das Verordnungsverhalten der Ärzte beeinflusst werden. Die Regelung, die zunächst nur bei einigen besonders häufigen Krankheiten gilt, zwingt Ärzte, die mit ihren Medikamentenverordnungen über den nach einem bürokratischen Verfahren festgelegten „Tagestherapiekosten“ liegen, dazu, einen Teil der Kosten selbst zu tragen. Die Ärzte sollen also möglichst billige Medikamente verschreiben. Sie kommen damit in einen Widerspruch zu ihren Pflichten gegenüber den Patienten.
Hier sollen weder Ärzte noch Pharmaindustrie verteidigt werden - sie profitieren an vielen Stellen vom derzeitigen System. Doch sie reagieren nur auf falsche Anreize, sie erfreuen sich an fehlender Transparenz und an fehlender Vertragsfreiheit. Das Kostenproblem im Gesundheitswesen ist also vor allem ein Problem der Staatsmedizin: Wie jede Form der Planwirtschaft führt sie zu Rationierung und unwirtschaftlichem Verhalten gleichermaßen. Wirtschaftliches Verhalten und sparsamer Ressourcenverbrauch entstehen auf Märkten, nicht durch Verordnungen. Auf die naheliegendste Idee zur Kostenreduzierung kommt niemand: Die beste Kostenkontrolle erfolgt durch die Kunden, also die Patienten oder durch Krankenversicherungen in einem freien Wettbewerb, die ganz verschiedene Leistungskataloge anbieten können.

Die Quintessenz ist also: eine gute medizinische Versorgung ist essentiell und muss deshalb der Eigenvorsorge der Menschen überlassen werden. Mehrausgaben für die Gesundheit sind, wenn sich die Preise auf offenen Märkten bilden, in vielen Fällen vernünftig und ein Zeichen für den Reichtum einer Gesellschaft.  

 

Autor: Sascha Tamm, Institut für Unternehmerische Freiheit  

 

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Thomas Jefferson (1743-1826)

"It is not by the consolidation, or concentration of powers, but by their distribution, that good government is effected"

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